Musterklage die Dritte – Jetzt auch gegen Audi

Spätestens seit der Razzia bei Audi am 14.3.2017 kann keiner mehr an der Unbeteiligtheit Audis am Abgasskandal zweifeln. Recherchen der Süddeutschen Zeitung und der ARD haben ergeben, dass am Mittwoch, dem 15. März 2017, die Büros der Konzernzentrale im oberbayrischen Ingolstadt, Gebäude in Baden-Württemberg und VW-Standorte in Niedersachsen von der Polizei durchsucht wurden.lg-berlin-klage
Der Vorwurf lautet: Die Audi-Ingenieure sollen die Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen in den USA ähnlich manipuliert haben wie ihre Kollegen bei VW. Audi muss sich des Verdachts des Betrugs und der strafbaren Werbung stellen; wobei die Audi-Geschäfte in Europa zunächst nicht betroffen sein sollen.

Da passt es doch, dass myRight am Donnerstag, den 16. März 2017, seine dritte Musterklage am Landgericht in Berlin einreicht. Das Besondere an dieser Klage ist, dass es die erste exemplarische Einzelklage gegen Audi ist. Mit Unterstützung von myRight und den Anwälten der US-amerikanischen Starkanzlei Hausfeld will Hartmut Bäumer, Richter a.D. und Amtschef im Verkehrsministerium in Stuttgart a.D., seine Ansprüche gegen den zum VW-Konzern gehörigen Autobauer Audi durchsetzen.

»Mir geht es vor allem um Gerechtigkeit für die geschädigten Verbraucher«, kommentiert Bäumer seine Klage. »Es kann nicht sein, dass in einem Rechtsstaat wie Deutschland Unternehmen wissentlich manipulierte Autos verkaufen. Ich bin von Audi regelrecht belogen worden. Und dann wird man mit einem Softwareupdate abgespeist. Das ist nicht in Ordnung. Schlimmer noch: Die Risiken werden auf die Verbraucher abgewälzt und die Politik nimmt dieses billigend in Kauf.«

Zudem sind die Auswirkungen des Softwareupdates auf die Leistungsfähigkeit und die Lebensdauer des Motors und die Verschleißteile bisher noch ungeklärt. Weder geben Audi und die anderen betroffenen Marken eine Garantie, dass das Softwareupdate nicht zu einer Verkürzung der Lebensdauer des Autos führt, noch tragen sie die Kosten für eventuelle Reparaturen und die Wertminderung des Fahrzeugs.

»In den USA wurden alle Kunden pauschal entschädigt. In Deutschland ist VW nicht dazu bereit – obwohl der Sachverhalt der gleiche ist. Wir werden behandelt wie Kunden zweiter Klasse«, so Bäumer. »VW lässt seine Kunden bewusst im Ungewissen, wartet auf Verjährung und setzt darauf, dass die Beweisführung für einen einzelnen Kläger bei solchen Verfahren zu aufwendig ist. So werden Verbraucher abgeschreckt, ihre Rechte wahrzunehmen«, sagt Jan-Eike Andresen, Jurist und Mitgründer von myRight.

Download:
Pressemitteilung zur Musterklage gegen Audi

Weitere Informationen:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/abgasaffaere-abgasaffaere-weitet-sich-aus-razzia-bei-audi-1.3420221#redirectedFromLandingpage

Kommentar schreiben   

Schreiben Sie einen Kommentar:

Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.