Auf einem guten Weg

Der Abgasskandal findet mehr und mehr den Weg in die deutschen Gerichtssäle. Die ersten Entscheidungen zugunsten der Verbraucher bringen VW in Bedrängnis. Bislang gibt es insgesamt 21 Urteile, welche durch vom Abgasskandal betroffene VW-Kunden angestrengt wurden. Sieben davon fielen zugunsten der Verbraucher aus – so auch das Urteil des Landgerichts (LG) München II (12 O 1482/16) vom 15. November 2016 und das neustes Urteil des LG Regensburg vom 28.11.2016.

In beiden Verfahren ging es zunächst um zwei Fragen. Erstens: Müssen betroffene VW-Kunden dem Konzern eine angemessene Frist zur Nachbesserung setzen, bevor sie Klage einreichen? Und zweitens: Ist der Mangel so erheblich, dass er die betroffenen Kunden dazu berechtigt, vom Kaufvertrag zurückzutreten und die Rückerstattung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungspauschale zu verlangen?

Sowohl das LG München II als auch das LG Regensburg sind der Auffassung, dass eine Nachbesserung unzumutbar ist und es somit keiner Fristsetzung zu einer eben solchen bedarf. Es sei dem Verbraucher nicht zuzumuten, an einer Nachbesserung teilzunehmen, bei welcher noch nicht alle Unwägbarkeiten geklärt sind. Es sei vom Kunden auch nicht hinzunehmen, dass ein Jahr nach Bekanntwerden des Skandals noch keine Nachbesserung erfolgt ist.

Wie VW während der Verhandlung vor dem LG München II einräumen musste, stehen noch Testungen der neu geschaffenen Software aus. Auswirkungen auf die alltägliche Nutzung sind demnach weder getestet noch bekannt. Somit fahren die in Deutschland umgerüsteten Fahrzeuge derzeit in einem Abgasrückführungsmodus, der in der Art von VW nie geplant war.
Es bleibt abzuwarten, ob andere anhängige Verfahren auch im Sinne der Verbraucher entschieden werden. Eines steht jedoch fest: So langsam wird es eng für den VW-Konzern.

Weitere Informationen zum Thema:
1. http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg-stadt-nachrichten/vw-affaere-kunde-gewinnt-vor-gericht-21179-art1454275.html
2. http://www.focus.de/auto/news/abgas-skandal/abschalteinrichtung-war-illegal-gericht-urteilt-schummel-vw-hat-keine-betriebserlaubnis_id_6250233.html

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Kommentare:

Hans-Peter A.
8. Januar 2017 um 09:25 Uhr

Hallo,
wir haben einen VW Tiguan mit 2l Dieselmotor. Der Aufforderung zur Nachbesserung mit der Software haben wir entsprochen, weil ansonsten die Fahrerlaubnis erlischt.
Von einer Musterklage hatten wir keine Kenntnis. Können wir uns trotzdem noch anschließen? Dies macht für uns nicht wirklich einen Unterschied. Ich hatte das Fahrzeug 2014 gekauft, weil es damals als vergleichweise günstig in Verbrauch und Umweltbelastung sei.
Gruß
Hans-Peter Arnold

    myRight Serviceteam
    24. Januar 2017 um 17:36 Uhr

    Sehr geehrter Herr A.,

    haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse an myRight. Auch wenn Sie das Update bereits durchgeführt haben, können Sie sich noch bei uns auf der Webseite registrieren. Ihre Ansprüche bestehen weiterhin.

    Bei weiteren Fragen zögern Sie bitte nicht uns erneut zu kontaktieren.

Nik
30. Dezember 2016 um 09:00 Uhr

Hallo My-right,

weiss jemand was ist mit dem Verbraucher Recht von die alle Mänschen die Schadstoffe in erhöhte Menge eingeatmet haben? Also ich als kein VW besitzer werde gleche Menge einatmen wie ein VW Besitzer. Ach ich bin dafür dass alle Premien die jeder in Top management bekommen habe/wird dass die abgestrichen werden und zurückbezahlt und in grüne Fläche in Städte investiert sind.Von Management bis zum Lieferanten haben von Lügen genung profitiert.

    myRight Serviceteam
    17. Januar 2017 um 10:15 Uhr

    Sehr geehrter Herr Nik,

    vielen Dank für Ihre Nachricht. Bitte entschuldigen Sie die verspätete Rückmeldung. Wir können Ihren Unmut gut verstehen. Es wird immer wieder vergessen, dass auch nicht direkt betroffene Personen sich von der Politik und dem VW-Konzern im Stich gelassen fühlen. Die gesundheitlichen Auswirkungen des Abgasskandals geraten bei der Debatte in den Hintergrund. Vielleicht schlagen Sie dem VW-Konzern und der Politik Ihre Vorschlag einmal vor. Die Grünflächen würden es Ihnen danken.

    Sollten Sie noch weitere Anregungen oder Fragen haben, freuen wir uns Ihnen behilflich zu sein.

Denise F.
29. Dezember 2016 um 17:23 Uhr

Habe 12/2013 einen Audi Q5 ,3,0, Diesel neu erworben . Bisher wurde ich bei Nachfrage in der Audi-Werkstatt vertröstet mit der Begründung, dass noch nicht feststeht ob unser Modell davon betroffen ist. Ferner müsste ich noch Geduld aufbringen und auf Nachricht von Audi warten.

    myRight Serviceteam
    10. Januar 2017 um 12:13 Uhr

    Sehr geehrte Frau F.-B.,

    vielen Dank für Ihren Beitrag und entschuldigen Sie bitte die verspätete Rückmeldung. Ob ihr Fahrzeug betroffen ist, können Sie unter Angabe Ihrer Fahrgestellnummer auf der Webseite von Audi überprüfen. Sollte Ihr PKW betroffen sein, können Sie sich gern über unsere Webseite anmelden.